
5 Fragen, die Frauen sich für ihre Finanzen stellen sollten
Der Gender Finance Gap
Frauen bleiben beim Thema Geldanlage häufig hinter Männern zurück. Ein Beispiel: 2024 investierten nur rund 4,4 Millionen Frauen in Deutschland Geld in Aktien – gegenüber 7,7 Millionen Männern.*
Nicht nur der Vermögensaufbau ist von diesem Ungleichgewicht betroffen. Auch in puncto Finanzwissen fühlen Frauen sich häufig unsicherer als Männer. Damit sich das (endlich) ändert, haben wir 5 essenzielle Finanzfragen beantwortet, die sich jede Frau stellen sollte.

1. Self-Check: Wie ist mein Finanzwissen?
Bevor du dich mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt, solltest du eine ehrliche Bestandsaufnahme mit dir selbst machen:
- Wie gut ist mein Finanzwissen? Verstehe ich Konzepte wie Altersvorsorge, Rentenlücke und Inflation?
- Habe ich einen guten Überblick über meine Einnahmen, Ausgaben und laufenden Verpflichtungen?
- Wie treffe ich finanzielle Entscheidungen? Eher impulsiv oder überlegt?
Falls du nach diesem Check-in das Gefühl hast, deine Finanzkompetenz hat noch Luft nach oben, gar kein Problem: Es gibt zahlreiche Informationsquellen, über die du dein Wissen erweitern oder auffrischen kannst – zum Beispiel Bücher, Podcasts oder natürlich unseren Blog und Instagram-Kanal. 😉 Das Ziel ist dabei, so viel Sicherheit zu gewinnen, dass du deine Finanzen aktiv und selbstbewusst managen kannst.
Denk dran: Finanzwissen ist kein angeborenes Talent, sondern eine erlernbare Kompetenz.
2. Wie sorge ich richtig für mich vor?
Es ist kein Geheimnis, dass vielen Menschen die gesetzliche Rente nicht reicht, um ihren Lebensstandard beizubehalten. Setze dich deswegen frühzeitig mit dem Thema Altersvorsorge auseinander. Dein Rentenbescheid verrät dir, wie viel gesetzliche Rente du einmal erhalten wirst.
In jedem Fall ist es sinnvoll, eine zusätzliche Vorsorge fürs Alter zu treffen, zum Beispiel nach dem Drei-Säulen-Prinzip „gesetzlich, betrieblich, privat“. Hier lohnt es sich früh zu starten und den Zinseszinseffekt zu nutzen. Welche private Vorsorge zu dir passt, hängt stark von deiner individuellen Lebenssituation ab: Bist du selbstständig oder angestellt? Welches Gehalt bekommst du? Arbeitest du in Teilzeit oder Vollzeit? Lass dich hierzu am besten in einem persönlichen Gespräch beraten.

3. Wie bleibe ich finanziell unabhängig?
Finanzielle Unabhängigkeit ist entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben.
- Die ersten und wichtigsten Bausteine sind ein eigenes Konto und ein guter Überblick über deine Finanzen.
- Darauf aufbauend empfiehlt sich ein „Notgroschen“ in Höhe von ca. 3 Monatsgehältern für außerplanmäßige Kosten.
- Für deine langfristige Unabhängigkeit ist es wichtig, eigene Rücklagen und eine eigene Altersvorsorge aufzubauen, in die du regelmäßig investierst – unabhängig vom Partner oder der Partnerin.
- Investiere auch in dich selbst, zum Beispiel durch Weiterbildung und regelmäßige Gehaltsverhandlungen.
4. Wie gehe ich mit Erwerbsunterbrechungen um – z. B. einer Elternzeit?
Hier ist das A und O eine solide, frühzeitige Planung – im Idealfall gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin.
- Mach dir bewusst, wie sich die „Pause“ auf deine Rente und Sparziele auswirkt.
- Informiere dich über Elterngeld und staatliche Leistungen und beantrage diese rechtzeitig.
- Führe deine private Altersvorsorge wenn möglich auch während der Elternzeit fort.
- Beziehe deinen Partner oder deine Partnerin mit ein: Ist zum Beispiel eine Ausgleichszahlung möglich?
- Plane deinen Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit frühzeitig und möglichst konkret (zum Beispiel Stundenumfang).
5. Wie gehe ich mit Veränderungen in meinem Leben um (z. B. Scheidung)?
Manchmal läuft es in der Liebe nicht wie geplant. 💔 Damit dich eine Scheidung oder eine andere ungeplante Veränderung nicht kalt erwischt, solltest du auch für diesen Fall Vorkehrungen treffen. Fakt ist: In vielen heterosexuellen Beziehungen ist Finanzplanung auch heute noch ausschließlich Männersache. Das sollte nicht sein.
- Stelle deine finanzielle Eigenständigkeit sicher (siehe Frage 3).
- Behalte den Überblick über eure finanzielle Situation, auch wenn du nicht offiziell „zuständig“ bist.
- Kläre im Scheidungsfall Unterhaltsansprüche, Versorgungsausgleich und Rentenanwartschaften.
- Prüfe, inwieweit du abgesichert bist (Versicherungen, Testament).
- Richte gegebenenfalls deine eigene Finanzplanung neu aus.
In so einem Fall kann eine professionelle Beratung sehr hilfreich sein, gerade wenn es darum geht, emotionale und finanzielle Aspekte zu trennen.







