
Joachim Llambi im Interview: Über Börse, Geldanlage und den richtigen Startzeitpunkt
Der mit dem DAX tanzt
Joachim Llambi ist vor allem als charismatischer Juror der RTL-Show „Let’s Dance“ bekannt. Was wohl die meisten nicht wissen: Er führt beruflich ein Doppelleben. Seine Karriere begann nicht im Fernsehen, sondern sehr bodenständig bei der Sparkasse Duisburg. Danach arbeitete er fast 25 Jahre als Börsenmakler an den Börsen Frankfurt und Düsseldorf und gilt heute als Experte auf diesem Gebiet.
Vor Kurzem war Herr Llambi im Rahmen des Veranstaltungsformats „Let’s Dax“ bei uns zu Gast. Wir durften ihm bei dieser Gelegenheit einige Fragen stellen. Was ihn an der Börse fasziniert, wie er mit Kursschwankungen umgeht und welche Parallelen er zwischen Tanzparkett und Börsenparkett sieht, liest du im Beitrag.

Viele kennen Sie als Profitänzer und TV-Juror. Weniger bekannt ist, dass Sie seit vielen Jahren als Börsenmakler tätig sind. Was fasziniert Sie persönlich an den Finanzmärkten?
Die Finanzmärkte sind jeden Tag neu und konstant in Bewegung – egal in welche Richtung. Genau das macht es so spannend. Es gibt Unternehmensnachrichten, politische und wirtschaftliche Nachrichten, und all diese Komponenten ergeben am Ende das Bild, was an der Börse passiert. Kein Tag ist dort wie der andere und genau das macht es für mich so faszinierend.
Viele Menschen möchten investieren, wissen aber nicht, wie sie anfangen sollen. Welchen Rat geben Sie jemandem, der zum ersten Mal über Aktien oder ETFs nachdenkt?
Mein Tipp wäre, einfach klein anzufangen. Gerade jüngere Menschen sollten darüber nachdenken, ein Aktiendepot zu eröffnen und in ETFs zu investieren.* Hierzu kann man durchaus einmal mit seinem Kundenberater sprechen, da dieser möglicherweise auch noch gute Ratschläge weiß. Auf keinen Fall sollte man mit der Anlage zu lange warten und wertvolle Zeit verlieren.
In den vergangenen Jahren haben Inflation, geopolitische Krisen und starke Kursschwankungen viele Menschen verunsichert. Wie schafft man es, in solchen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren?
Einfach ruhig bleiben. Meine Empfehlung wäre, nicht jeden Tag ins Depot zu schauen, denn das nützt nichts. Anlegerinnen und Anleger müssen langfristig denken, weil die Aktie bzw. die Börse langfristig alle anderen Anlageformen schlägt. Somit wäre meine Empfehlung, die Füße still zu halten und einfach abzuwarten.
Zwischen Börse und Profitanz scheint es auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten zu geben. Gibt es dennoch etwas, das Sie aus dem Tanzsport für Ihre Arbeit an den Finanzmärkten mitgenommen haben?
Tatsächlich gibt es hier nicht übermäßig viele Überschneidungen. Was man aber sagen kann: Sowohl auf dem Börsenparkett als auch beim Tanz benötigt man eine gewisse Disziplin.

Wenn Sie heute noch einmal als 25-Jähriger mit dem Vermögensaufbau beginnen würden: Was würden Sie genauso machen – und was würden Sie anders angehen?
Ich kann Anlegerinnen und Anlegern – ob das nun junge Leute sind oder Eltern oder Großeltern, die für ihre Kinder beziehungsweise Enkel anlegen – nur dazu raten, frühzeitig mit dem Vermögensaufbau anzufangen. Das kann mit kleinen Sparraten funktionieren oder auch mit größeren – je nachdem, wie viel man zur Verfügung hat. Man kann zum Beispiel auch mit 20 Euro pro Monat beginnen, denn auch dieses Vermögen wächst an. Mein zweiter Tipp wäre, nicht ängstlich zu sein und genug Zeit mitzubringen.
Eindrücke von „Let’s Dax“ findest du hier in unserer Fotogalerie.
* Zu beachten ist, dass Wertpapieranlagen Kursschwankungen unterliegen und insbesondere kurzfristig auch Verluste verzeichnen können. Wer jedoch langfristig investiert, breit streut und zwischenzeitliche Schwankungen aushalten kann, kann diese Risiken gut abfedern und vom langfristigen Wachstum der Kapitalmärkte profitieren.








