
Wie artenreiche Mähwiesen unsere Region bereichern
Mehr als nur Gras
Wie sieht eigentlich die ideale Grünfläche aus? Das kommt ganz darauf an, wen man fragt. Viele Menschen haben vermutlich einen englischen Rasen vor Augen: gleichmäßig, saftig grün und – vor allem – frei von „Unkraut“. Aus Sicht von Biene, Schmetterling & Co. sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Denn wo nur wenige verschiedene Pflanzen wachsen und zudem häufig gemäht wird, finden Insekten und andere Tiere wenig Nahrung und Lebensraum. Das hat weitreichende Folgen.
Blühwiesen sind entscheidend für die Artenvielfalt
Eine Wiese mit zahlreichen verschiedenen Pflanzen hingegen sieht zwar weniger „aufgeräumt“ aus, trägt aber entscheidend zum Artenreichtum bei und ist somit ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems. Doch solche artenreichen Wiesen findet man in vielen Regionen immer seltener.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Unter anderem können intensive Bewirtschaftung, aber auch Schäden durch Wildschweine sowie konkurrenzstarke Arten zum Rückgang von Blühwiesen führen. Damit verschwinden nach und nach auch Lebensgrundlagen für zahlreiche Insekten und andere Tiere.

Mehr Vielfalt für heimische Mähwiesen
Genau hier setzt ein Projekt des Landschaftserhaltungsverbands Rems-Murr-Kreis (LEV) an, das von der Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen unterstützt wird und dieses Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindet. Ziel ist es, artenreiche Mähwiesen – sogenannte FFH-Mähwiesen oder Fauna-Flora-Habitat-Mähwiesen – im Rems-Murr-Kreis gezielt zu stärken und dem schleichenden Verlust wertvoller Pflanzenarten entgegenzuwirken.
Und so funktioniert es: Bewirtschaftende von geeigneten Flächen können kostenlos gebietseigenes Saatgut erhalten. Dieses ist genau auf das jeweilige Ursprungsgebiet abgestimmt. Im Rems-Murr-Kreis sind beispielsweise Wiesen-Salbei, Schlüsselblume oder Wiesen-Bocksbart enthalten. Durch die gezielte Nachsaat sollen heimische Pflanzenarten, die auf den Flächen bereits zurückgegangen sind, sich wieder stärker verbreiten.
Beim Projekt geht es aber nicht nur um das Ausbringen von Saatgut. Nebenbei entstehen hier neue Kontakte zu engagierten Bewirtschaftenden. So kommt ein fachlicher Austausch zustande, aus dem sich weitere Perspektiven für den Schutz artenreicher Wiesen im Rems-Murr-Kreis ergeben.
Mit der Unterstützung des Projekts möchte die Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen dazu beitragen, dass solche besonderen Lebensräume im Rems-Murr-Kreis auch künftig ihren Platz haben.












