Zum Inhalt springen

Bitte Suchbegriff eingeben.

Bild: Adobe Stock / 1926127035
VorsorgenWohnenGeldfragen6 min.

Immobilie geerbt – was jetzt? Die wichtigsten Schritte im Überblick

Katrin Bühner

Zwischen Trauer und Bürokratie

Eine geerbte Immobilie kann einen im ersten Moment stark überfordern: Neben der Trauer um einen geliebten Menschen stehen plötzlich viele organisatorische, rechtliche und finanzielle Fragen im Raum. Was soll mit der Immobilie passieren? Welche Fristen gelten? Und worauf solltest du jetzt besonders achten?

In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Schritte nach einer Immobilienerbschaft wichtig sind.

Bild: Adobe Stock / 715095735

Zunächst klären: Möchtest du das Erbe annehmen?

Der erste wichtige Schritt beginnt direkt nach dem Erbfall. Grundsätzlich hast du sechs Wochen Zeit, das Erbe auszuschlagen. Verstreicht diese Frist, gilt das Erbe automatisch als angenommen.

Außerdem musst du die Erbschaft innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis schriftlich beim Finanzamt anzeigen. Je nach Situation kann zudem ein Erbschein erforderlich sein. Ob dieser tatsächlich benötigt wird, solltest du am besten gemeinsam mit einem Notar oder einer Rechtsanwältin beziehungsweise einem Rechtsanwalt prüfen.

Ein weiterer Tipp: Verschaffe dir möglichst früh einen Überblick über alle wichtigen Unterlagen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Grundbuchauszug
  • Gebäudeunterlagen und Wohnflächenberechnung
  • Versicherungsunterlagen
  • Mietverträge (falls die Immobilie vermietet ist)

Auch das Grundbuch sollte auf die neuen Eigentümerinnen oder Eigentümer umgeschrieben werden. Erfolgt dies innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall, ist die Umschreibung in der Regel gebührenfrei.

Was passiert mit der Immobilie?

Ist die erste Organisation erledigt, stellt sich die entscheidende Frage: Wie soll es mit der Immobilie weitergehen?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten:

  • selbst einziehen,
  • die Immobilie vermieten oder
  • sie verkaufen.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab – etwa von deiner persönlichen Lebenssituation, dem Zustand der Immobilie oder auch den laufenden Kosten.

Wichtig ist außerdem: Steht das Haus oder die Wohnung zunächst leer, solltest du unbedingt die Gebäude- und Hausratversicherung informieren. Ein Leerstand kann wegen einer Gefahrenerhöhung Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben.

Ist die Immobilie vermietet, müssen beispielsweise Mietkautionskonten auf die Erbinnen oder Erben übertragen und die Mieterinnen oder Mieter entsprechend informiert werden.

Bild: Adobe Stock / 461501233

Mit welchen Kosten musst du rechnen?

Auch wenn eine Immobilie geerbt wurde, entstehen häufig Kosten.

Dazu können gehören:

  • gegebenenfalls Erbschaftsteuer,
  • Kosten für einen Erbschein,
  • Gebühren für rechtliche oder steuerliche Beratung,
  • Grundsteuer sowie laufende Kosten, wie etwa Versicherungen sowie Wasser- und Abwassergebühren.

Mehrere Erben? Dann müssen Entscheidungen gemeinsam getroffen werden

Nicht selten wird eine Immobilie von mehreren Personen gemeinsam geerbt. In diesem Fall entsteht eine sogenannte Erbengemeinschaft.

Das bedeutet: Wichtige Entscheidungen – etwa über Verkauf, Vermietung oder Sanierung – müssen grundsätzlich einstimmig gemeinsam getroffen werden. Damit die Abwicklung einfacher wird, kann zum Beispiel einem der Erben von den anderen Miterben eine Erbschaftsvollmacht erteilt werden, damit dieser die Erbengemeinschaft vertreten kann. Bestenfalls hat bereits einer der Erben vom Erblasser zu dessen Lebzeiten beispielsweise eine notarielle General- und Vorsorgevollmacht erhalten, welche auch über den Tod hinaus wirksam ist.

Steuerliche Besonderheiten beachten

Ob Erbschaftsteuer anfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem das Verwandtschaftsverhältnis zur verstorbenen Person sowie die gesetzlichen Freibeträge. Auch Schenkungen innerhalb der vergangenen zehn Jahre können dabei eine Rolle spielen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die vom Erblasser selbst genutzte Immobilie von der Erbschaftsteuer befreit sein. Da die steuerliche Situation oft komplex ist, empfiehlt sich eine Beratung durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.

Bild: Adobe Stock / 209227953

Wann lohnt sich professionelle Unterstützung?

Eine geerbte Immobilie bringt häufig Fragen mit sich, die sich nicht pauschal beantworten lassen.

Je nach Situation kann Unterstützung sinnvoll sein:

  • Steuerberaterinnen und Steuerberater helfen bei steuerlichen Fragen.
  • Notarinnen, Notare oder Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte unterstützen bei rechtlichen Themen.
  • Wenn du die Immobilie verkaufen möchtest, begleiten dich die Immobilienexpertinnen und -experten der Kreissparkasse Waiblingen durch den gesamten Verkaufsprozess – von der Wertermittlung bis zum erfolgreichen Verkauf.

Jeder große Vermögenszufluss – also auch eine Immobilie – erfordert die Anpassung der persönlichen Finanzplanung. Besprich das am besten mit deiner Beraterin oder deinem Berater.

Katrin Bühner

Referentin Unternehmenskommunikation
katrin.buehner@kskwn.de

Referentin Unternehmenskommunikation
katrin.buehner@kskwn.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Informationen zum Umgang mit personenbezogenen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Weitere Artikel zu Geldfragen