
Mentale Gesundheit stärken: Was Beschäftigte & Arbeitgeber tun können
Mentale Gesundheit ist kein Wohlfühlthema
Fehlende Motivation, Gereiztheit, Gedankenkarussell nach Feierabend: Dass die mentale Gesundheit bei der Arbeit aus dem Gleichgewicht gerät, zeigt sich oft schleichend.
Dabei ist sie ein entscheidender Faktor für Mitarbeitendenzufriedenheit und langfristigen Unternehmenserfolg. Doch wie erkennt man Warnsignale? Was kann jeder Einzelne für die eigene mentale Gesundheit tun? Und was macht die KSK WN? Unsere Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement, Susi, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum gewinnt das Thema mentale Gesundheit in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung?
Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe:
- Wirtschaftlich: Psychische Erkrankungen verursachen lange Ausfallzeiten und hohe Kosten fürs Unternehmen.
- Leistungsfähigkeit: Nur mental gesunde Mitarbeitende sind langfristig resilient, kreativ und produktiv.
- Fachkräftemangel: Ein proaktives Gesundheitsmanagement ist heute auch ein entscheidender Vorteil beim Recruiting und der Mitarbeiterbindung.
Mentale Gesundheit ist kein reines Wohlfühlthema mehr, sondern ein weiterer Erfolgsfaktor für moderne Unternehmen.
Woran merkt man, dass die eigene mentale Gesundheit aus dem Gleichgewicht gerät?
Die Warnsignale können sich kognitiv meist durch häufige Flüchtigkeitsfehler, Konzentrationsschwierigkeiten bei Analysen oder ganz untypischer Entscheidungsunfähigkeit zeigen. Beim Verhalten kann man einen sozialen Rückzug von Kolleginnen und Kollegen, Zynismus oder unkontrollierte Gereiztheit in Meetings erkennen. Bei den körperlichen Symptomen zeichnet sich chronische Müdigkeit trotz Schlaf, anhaltende Kopfschmerzen und möglichem starken Bluthochdruck ab. Bei sich selbst kann man das Gefühl der Leere erkennen, eine sinkende Motivation, völlige Lustlosigkeit und die Unfähigkeit, nach dem Feierabend abzuschalten. Nicht alle Anzeichen treten zwingend gemeinsam auf.
Was kann jeder Einzelne im Arbeitsalltag tun, um seine mentale Gesundheit aktiv zu schützen und zu stärken?
- Konsequentes Grenzmanagement sowie bewusste Übergangsrituale zwischen Job und Freizeit. Das bedeutet auch, feste Abschaltzeiten für das Diensthandy zu definieren und im Kalender feste Fokuszeiten für komplexe Aufgaben zu blocken, um permanentem Multitasking und der damit verbundenen mentalen Erschöpfung vorzubeugen.
- Taktische Mikropausen setzen, kurz weg vom Bildschirm, aufstehen, lüften, sich kurz bewegen, mit Kollegen in der Küche bei einem Kaffee plaudern, um das Nervensystem herunterzufahren.
- Wichtigster Punkt – die Selbstfürsorge: Sich selbst liebevoll und wertschätzend begegnen, das eigene Befinden und die eigenen Bedürfnisse ernstnehmen und aktiv zum eigenen Wohlergehen beitragen.
Wie kann ein Arbeitgeber dazu beitragen, die mentale Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und zu stärken?
- Flexible Arbeitszeit ermöglichen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
- Angebot zur anonymen Beratung für berufliche und private Krisen durch Externe bereitstellen.
- Präventionsangebot zu Resilienz, Zeitmanagement und mentaler Gesundheit.
- Gesunde Führung durch geschulte Führungskräfte, um Überlastung frühzeitig zu erkennen und psychologische Sicherheit im Team zu etablieren.

Die KSK WN hat eine Kampagne zur mentalen Gesundheit gestartet. Was sind die Kernelemente und das Ziel?
Wir wollen mit unserem Angebot auf das sehr wichtige Thema mentale Gesundheit aufmerksam machen. Dazu haben wir zunächst die Führungskräfte geschult. Durch kurze Impulsvorträgen zu den Themen Selbstfürsorge, Resilienz, Perfektionismus, Mental Load und Regeneration sollen unsere Mitarbeitenden bewusst den Blick auf die eigene mentale Gesundheit richten, denn mentale Gesundheit muss aktiv gepflegt werden, um Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und das gute Miteinander zu sichern.
Weitere Schwerpunkte waren Cardio-Scans, die wir an drei Standorten angeboten haben, um die aktuelle Stressbelastung des Herzens zu messen. Durch die Herzratenvariabilität können Rückschlüsse auf die Regenerationsfähigkeit und Belastbarkeit gezogen werden. Das Angebot wurde an allen drei Standorten sehr gerne genutzt.
Welche Angebote oder Maßnahmen gibt es bei der KSK WN sonst noch, um die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern?
- Wir bieten mit unserer externen Sozialberaterin kostenlose, anonyme Beratungstermine an.
- Wir führen derzeit umfangreiche Workshops zur Gefährdungsbeurteilung der Psyche für alle Arbeitsplatztypen durch und werden dabei professionell durch eine Psychologin begleitet und unterstützt.
- Eine weitere Maßnahme ist das Schwerpunktthema mit unserem Führungskräfteentwicklungsprogramm PERMA Lead ReflAct. Durch einen strukturierten Fahrplan, gezielte Trainings und Impulse schaffen wir ein nachhaltiges Führungsverständnis, das das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden stärken soll.








