Bitte Suchbegriff eingeben.

Bild: Adobe Stock: asbe24
meineSparkasseS-Insights7 min.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei der Kreissparkasse Waiblingen – Erfahrungsbericht

Eva-Maria Braschler

 

Welche Bedeutung hat das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ bei der Kreissparkasse Waiblingen? Einer unserer KSK-Mitarbeiter, Matthias Dorsch, nimmt uns mit auf das Abenteuer Beruf und Familie und berichtet von seinen Erfahrungen in Sachen Elternzeit.

 

– Gastbeitrag –
Erfahrungsbericht unseres Mitarbeiters Matthias Dorsch

Wie alles begann …

„Der Vater nimmt zwei Monate Elternzeit, bekommt entsprechend Elterngeld, den Rest erledigt die Mutter.“ Das war sinnbildlich das, was man im Jahr 2012 bei den gängigen Recherchen zu lesen bekam. „Wenn möglich gegen Ende des ersten Lebensjahres und wenn finanziell möglich, gemeinsam mit der Mutter, dann hat man was von dem Kind.“ Klang plausibel, haben wir so gemacht. Rückblickend war es eine sehr schöne, gemeinsame Zeit, aber es ging erst richtig los.

Bild: Grafikelemente: Canva

Planänderung: Elternzeit mit 50 % Teilzeitbeschäftigung

Nachdem eineinhalb der zwei geplanten Jahre Elternzeit meiner Frau vorüber waren, warteten wir auf die Zusage zur Anmeldung in der Kleinkindgruppe der Kita während es langsam an die Abstimmungen mit ihrem Arbeitgeber zur Rückkehr in den Beruf ging. Wie sich herausstellte, sollte sie im nächsten Jahr eine Führungsstelle antreten, damit die vor der Geburt unserer Tochter absolvierte Qualifikation nicht später wiederholt werden müsste. Mit den ursprünglich geplanten 50 % wäre dies nicht möglich gewesen. Was nun?

Nach ein paar Tagen gemeinsamer Überlegungen überraschte ich daraufhin meinen damaligen Vorgesetzten mit unserem Plan für das nächste Jahr: Ich werde ein Jahr Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung zu 50 % nehmen, damit meine Frau ein Jahr in Vollzeit arbeiten und die gewünschte Stelle antreten kann.

Vor allem wegen der Unterstützung meiner damaligen Kolleginnen und Kollegen konnte ich auch während der Teilzeit weiterhin auf meiner Stelle arbeiten. Da ich im Wesentlichen vormittags arbeitete, wurden einige Aufgaben und Zuständigkeiten neu verteilt. Das Verständnis für die Herausforderungen, die eine Teilzeitbeschäftigung sowohl im Umgang mit der Arbeit und den Kolleginnen und Kollegen als auch der Familie mit sich bringt, hat sich damals entscheidend verändert und war eine wertvolle Erfahrung.

Bild: Grafikelemente: Canva

Zweites Kind und eine klare Zielsetzung

2015 war unsere zweite Tochter „auf dem Weg“ und wir haben es uns zum Ziel gesetzt, dass nachmittags stets einer von uns für unsere Kinder da ist bis sie eine weiterführende Schule besuchen – also bis 2025.
Auf diesen Vorsatz folgte eine intensive Planungsphase. Aus vielen Excel-Sheets etc. wurde eine Kombination aus Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung und der damals noch recht neuen Brückenteilzeit, bei der man bis zu fünf Jahre temporär den Beschäftigungsumfang reduzieren kann.

Im Kern wollten wir, dass jeder von uns zwei ganze Tage und drei Vormittage in der Woche arbeitete. Die Tage sollten grundsätzlich festgelegt, jedoch bei Bedarf (Familie oder Beruf) flexibel gehandhabt werden.
Die gesamte Zeit war so geplant, dass die Zustimmung unser beider Arbeitgeber nicht notwendig war. Auch wäre es nicht notwendig gewesen, den gesamten Zeitraum bereits offenzulegen und zu beantragen. Gleichwohl haben wir unseren Plan von vornherein klar kommuniziert – sowohl unseren Führungskräften als auch im Team.

Bild: Grafikelemente: Canva

Die Reaktionen

Als Vater auf längere Zeit den Beschäftigungsumfang zu reduzieren, war nicht üblich. Darum freue ich mich zu sehen, dass immer mehr Beschäftigte von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Die Reaktionen, die ich damals bekam, gingen von „Das wird bestimmt eine schöne Zeit“ über „So etwas gab es bei uns nicht“ bis hin zu „Ich bin gespannt, wie lange ihr das durchhaltet“.

Vor allem in der Anfangszeit waren auch Skepsis und Unverständnis dabei. So wurde die Teilzeit direkt oder indirekt als „Problem“ für das Team, die Tätigkeit oder auch die berufliche Weiterentwicklung dargestellt. Das kann schon mal demotivieren und Zweifel aufkommen lassen, ob es die richtige Entscheidung war. Allerdings zeigt sich mit etwas Abstand auch, dass diese Einstellung nicht für unser Haus steht, sondern eher noch in einzelnen Köpfen vorherrschte.

Umso mehr freue ich mich in der jüngeren Vergangenheit erfahren und erleben zu dürfen, dass es auch anders geht. Mit gegenseitigem Respekt, Vertrauen, Wertschätzung, Verständnis und der Bereitschaft Freiheiten zu gewähren und Kompromisse einzugehen (natürlich beiderseits), lassen sich Beruf und Familie erfolgreich miteinander vereinbaren und schaffen einen Mehrwert für alle Beteiligten. Insgesamt sehe ich in den letzten sieben Jahren eine Entwicklung in die richtige Richtung.

Bild: Grafikelemente: Canva

Mobiles Arbeiten als entscheidendes „Tool“

Einer der Erfolgsfaktoren war und ist nicht zuletzt die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Den Arbeitstag zeitweise unabhängig von Wegezeiten zu gestalten und so auch mit größeren Unterbrechungen und in mehreren Abschnitten oder gar an unterschiedlichen Orten zu arbeiten, hilft, Ausfallzeiten wie beispielsweise Freistellungen zur Betreuung kranker Kinder oder pflegebedürftiger Angehöriger deutlich zu reduzieren. Natürlich hängt es von der Tätigkeit ab, inwiefern und wie intensiv dies genutzt werden kann. Auch fordert es ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Abstimmung. Meiner Erfahrung nach funktioniert es vor allem dann, wenn im Team die Bereitschaft besteht, neue Wege bei der Kommunikation und der Zusammenarbeit zu gehen.

Fazit: Würde ich es wieder tun?

Ganz klar: Ja, ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.

Und Ich kann nur jeden ermutigen: Beschäftigen Sie sich mit den vielen Gestaltungsmöglichkeiten der Elternzeit und darüber hinaus. Wenn Sie Unsicherheiten haben, gehen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens ins Gespräch, sei es jemand aus der Personalabteilung oder auch einem Mitglied des Personalrats. Ich kann beides aus eigener Erfahrung sehr empfehlen.

Eva-Maria Braschler

Referentin Unternehmenskommunikation

eva-maria.braschler@kskwn.de

Referentin Unternehmenskommunikation

eva-maria.braschler@kskwn.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Informationen zum Umgang mit personenbezogenen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Weitere Artikel zu meineSparkasse